Alles im Leben hat seinen Preis. Das wird vielen spätestens klar, wenn sie Zuhause ausziehen und zum ersten mal ihre Rechnungen selbst bezahlen müssen. Dabei erscheinen wichtige Helfer, besonders im Internet, zumindest auf den ersten Blick kostenlos zu sein. Wie zum Beispiel Google. Aber wer denkt, die Suchmaschine gibt es ohne Hintergedanken, nur um der Menschheit ihr Leben zu erleichtern, liegt gewaltig daneben. Hinter der praktischen Anwendung, ohne die sich viele das Internet heutzutage gar nicht mehr vorstellen können, steht ein Großkonzern, der gewinnorientiert handelt. Wieso kostet die Nutzung von Google uns also keinen Cent?
Daten als Währung
Die Antwort darauf ist einfach: Wir bezahlen Google nicht mit Geld, sondern mit unseren Daten. Die sind in der heutigen Zeit ein anerkanntes Wirtschaftsgut und sehr beliebt. Sie sind eine Gegenleistung für den Dienst, den Unternehmen online zur Verfügung stellen. Da Geld aber immer noch die wichtigste Währung bleibt, verkaufen Konzerne wie Google unsere Daten an andere Unternehmen weiter. So erfahren diese anderen Firmen und Großkonzerne dann, dass sich A. für Yoga und Ernährung interessiert oder S. für Fußball und Fitnessstudio. Unternehmen die z.B. Yogamatten, Sportklamotten oder Kochbücher verkaufen, können so personalisierte Werbung für ihre Produkte machen.
Aktivitäten auf sozialen Medien verfolgen
Aus euren Suchverläufen, Instagram-Posts und anderen Online-Aktivitäten werden Persönlichkeitsprofile erstellt. Die Profile sagen viel darüber aus, wer ihr seid und wofür ihr euch aktuell interessiert. Die Datenanalyse ist dank Technik weit fortgeschritten. Das beweist unter anderem die App TikTok, deren Algorithmus für euch die Videos auf dem Bildschirm erscheinen lässt, die ihr interessant findet. Das ist möglich, in dem man eure Aktivitäten auf der App analysiert: Wie lange du ein Video schaust, wo du kommentierst, ein Like setzt oder mittels Swipe zum nächsten Video wechselst. Welche Daten Großkonzerne wie Meta (ehem. Facebook), Google etc. sammeln und in welchem Umfang, ist am Anfang schwer ersichtlich.
Die Gefahr von Datensammeln
Wissen ist Macht. Sogar schon Branchenkollegen wie der Geschäftsführer von Apple und Microsoft erkannten das Datensammeln als Sicherheitslücke. Sie warnten, dass das Sammeln von Daten reguliert oder kontrolliert werden müsse. Schließlich sind die anhand der Daten erstellten Persönlichkeitsprofile ziemlich genau. Das bedeutet wer auch immer über deine Daten verfügt, kennt dich ziemlich gut und kann so auch großen Einfluss auf dich nehmen. Eine gezielte Manipulation liegt damit nicht all zu fern. Im besten Fall resultiert das, in einer auf deine Bedürfnisse zugeschnittenen Werbung. Im schlimmsten Fall weißt du nicht wer deine Daten besitzt und was seine Absicht ist.
In Europa wurden Maßnahmen ergriffen, um den Zugriff auf Daten zu regulieren. Die Europäischen Union erließ die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), welche eine Datenminimierung festlegt. Für „kostenlose“ Leistungen wie die Suchfunktion von Google, sollen also nur beschränkt Daten als Gegenleistung gesammelt werden. (sms)