Eine Krankenversicherung ist in Deutschland Pflicht und landet als einer der größten Abzüge auf der Gehaltsabrechnung.. Sie erstattet dir voll oder teilweise die Kosten für ärztliche Behandlungen, wenn du krank bist oder einen Unfall hattest. In Deutschland gibt es zum einen die gesetzliche Krankenversicherung und zum anderen die private Krankenversicherung.
Für Arbeitnehmer berechnet der Arbeitgeber die Höhe des Beitrags und führt den Beitrag an die Krankenversicherung ab. Der Beitrag beträgt 14,6 Prozent des Bruttolohns. Allerdings zahlt der Arbeitgeber die Hälfte davon, Mitarbeiter übernehmen also die restlichen 7,3 Prozent von ihrem Gehalt. Erhebt die Krankenversicherung Zusatzbeiträge, müssen Arbeitnehmer diese alleine aufbringen. Die Höhe dieser Zusatzbeiträge kann jede Krankenkasse für sich festlegen. Derzeit liegt der Zusatzbeitrag im Durchschnitt bei 1,3 Prozent, soll in 2023 jedoch deutlich steigen.
Steigender Zusatzbeitrag
Der Zusatzbeitrag wird für Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherungen im kommenden Jahr um 0,3 Prozentpunkte steigen. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach an. Die Krankenkassen warnen, dass trotzdem ein milliardenschweres Finanzlücke droht. Das ist ein Problem, da gesetzliche Krankenkassen ein wesentlicher Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems sind.
Gesetzliche Reform als langfristige Lösung
Das bedeutet, dass trotz Erhöhung des Zusatzbeitrags den Krankenkassen immer noch Geld fehlt. Die Vorstandschefin des GKV-Spitzenverbands erwartet, dass den Krankenversicherungen nach jetziger Schätzung 2023 rund 17 Milliarden Euro fehlen werden. Der GKV-Spitzenverband ist die zentrale Interessenvertretung der 97 in Deutschland existierenden gesetzlichen Krankenkassen. Um weitere Defizite in der Zukunft zu vermeiden, steht eine höhere nachhaltige Regelfinanzierung im Raum. So könnten unregelmäßige Sonderfinanzierungen, wie die Erhöhung der Zusatzbeiträge, in 2023 vermieden werden. In diesem Jahr sollen die Gesetzlichen Krankenkassen vom Bund mit insgesamt rund 28,5 Milliarden Euro bezuschusst werden. Wenn der Staat die GKV nicht bezuschussen würde, würde der Zusatzbeitrag weitaus höher ausfallen. Dem Gesundheitsminister Lauterbach zufolge sollen durch die Erhöhung des Zusatzbeitrages bis zu fünf Milliarden Euro eingenommen werden.(sms)