Seit Monaten ist die Ukraine ein Kriegsgebiet. Neben den fatalen Auswirkungen auf die ukrainische Bevölkerung und das Land hat dieser Konflikt auch Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft. Deutschland sieht sich steigenden Energiepreisen, erhöhter Inflation und Störungen der Lieferketten gegenüber.
Verschlechterung der Handelsbeziehung
Experten gehen davon aus, dass sich die deutschen Wirtschaftswachstumsaussichten verschlechtern, da die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Konflikts die bestehenden Lieferkettenunterbrechungen und den Inflationsdruck verstärken. Deutschlands exportorientierte Wirtschaft und die Abhängigkeit von Lieferanten bedeutet, dass der Krieg in der Ukraine weitere Störungen verursachen wird. Von dem Konflikt ist natürlich nicht nur die Handelsbeziehung zwischen Deutschland und der Ukraine betroffen, sondern auch die Handelsbeziehung zwischen Deutschland und Russland. Deutsche Unternehmen exportieren weniger Waren nach Russland und importieren gleichzeitig auch weniger. Auch wenn Güter wie Sonnenblumenöl und Mehl zur Zeit wieder in den Supermärkten verfügbar sind, tauchen langfristig größere Probleme in der Lieferkette auf.
Wirtschaftlich gesehen, ist die Ukraine mit ihren Produkten für Deutschland nicht so bedeutsam. Jedoch werden Bauteile für Autos in der Ukraine hergestellt. Damit ist es für Deutschland mit seiner großen Automobilindustrie letztendlich doch wichtiger, als zunächst vermutet. Ohne die Bauteile würde die Produktion einer zentralen Industrie Deutschlands lahmgelegt werden.
Keine Deeskalation in Aussicht
Außerdem droht ein rasanter Anstieg der Rohstoffpreise, der aktuell schon an den Tankstellen Deutschlands zu spüren ist. Russland ist einer der größten Gas- und Mineralöl Lieferanten Deutschlands. Wie es mit der Wirtschaft Deutschlands weitergeht, liegt also aktuell in den Händen der Politik. Je nachdem, wie sehr die Situation mit Russland eskaliert, desto schlechter könnte es für unsere heimische Wirtschaft aussehen. Strengere Sanktionen könnten dafür verantwortlich sein.
Sorgen um die Gasversorgung haben die Preise in Europa schon jetzt in die Höhe schnellen lassen. Energie- und Gaspreise werden wahrscheinlich weiter steigen oder auf einem hohen Niveau verweilen, da aktuell keine Deeskalation in Aussicht ist. Dennoch würden Sanktionen seitens der Europäischen Union auch die Wirtschaft Russlands stark treffen. Das liegt daran, dass ein Drittel der russischen Exporte in die Europäische Union geht. Damit ist die EU einer der wichtigsten Absatzmärkte für russische Produkte. Wie es weiter geht und welche anderen Auswirkungen auf uns zukommen, bleibt nur abzuwarten.(sms)