In Deutschland ist Trinkgeld keine Pflicht, aber in örtlichen Lokalen angemessen. Während man bei Ketten wie McDonalds oder Starbucks über fehlendes Trinkgeld hinwegsieht, sollte es in richtigen Restaurants eher ein Trinkgeld von 10 % sein. Kein Wunder also, dass deutsche Touristen eine Sache in den USA anfangs fast immer falsch machen: Sie geben zu wenig Trinkgeld. Außerdem gibt es auch einen gravierenden Unterschied beim Bezahlen im Supermarkt.
In Deutschland wird aufgerundet
Bei einer Rechnung von 22 Dollar wird ein Deutscher vielleicht auf 25 Dollar aufrunden, und sich dann wundern, wenn das Service-Personal verärgert ist. Da kann es sogar passieren, dass der/die vorher so nette Kellner*in dich eher unfreundlich auf den mickrigen „Tip“ anspricht – ganz schön unangenehm. Denn: in den USA gelten andere Regeln für Trinkgeld. Zwar gibt es kein Gesetz dazu, allerdings sollten es trotzdem mindestens 15 % Trinkgeld sein, selbst wenn der Service schlecht ist. Hat das Essen geschmeckt und war der Service gut, sind vielmehr 20 % angebracht.
Auch wenn niemand eine „Karen“ sein möchte: ist man als Gast sehr unzufrieden, sollte man sich beim Manager beschweren, anstatt die 15 % Trinkgeld zu streichen. Denn: Servicekräfte verdienen hier in der Regel sehr wenig. Das gilt besonders für Kellner*innen. Der Mindestlohn liegt in den USA gerade mal bei 7,25 Dollar. Dementsprechend sind viele Servicekräfte auf ein gutes Trinkgeld angewiesen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Für uns Europäer ist dies oft nur schwer verständlich. Aber: dafür bemühen sich die Kellner*innen in den USA oft umso mehr, hilfsbereit und freundlich zu wirken.
An der Kasse wartet eine Überraschung
Achtung auch den Preisen im Supermarkt. Bei den ausgewiesenen Preisangaben handelt es sich in den USA immer um Netto-Angaben. Das bedeutet, überall kommt noch die Steuer hinzu. Der Preis, der auf der Ware steht, ist nicht der, den man an der Kasse bezahlt. Die Mehrwertsteuer (sales tax) wird immer getrennt berechnet. Das liegt daran, dass sie nicht landesweit einheitlich vom Bund festgelegt wird, sondern von jedem einzelnen Bundesstaat selbst. In vielen Fällen kommen außerdem auch noch Anteile der Kommune und der Stadt hinzu. Die arbeiten nämlich ebenfalls unabhängig voneinander.
In jeder Stadt kann die Mehrwertsteuer also anders sein. Einige Bundesstaaten verzichten zwar auf die Steuer, aber ihre Kommunen und Städte nicht. Überhaupt gar keine Mehrwertsteuer haben zum Beispiel Delaware und New Hampshire. Deswegen kann es sich durchaus lohnen, vor dem wöchentlichen Einkauf die Stadt zu wechseln. Man kann sich den Preis der Lebensmittel also nur errechnen, wenn man die Mehrwertsteuer des Bundesstaats, des Bezirks und der Stadt kennt und addiert, in der man sich befindet. (sms)