Das Landleben in Deutschland hat einige Vorzüge. Dazu zählt weniger Hektik, kein Stau, großes Angebot an Wohnraum und niedrige Mietpreise. Ein neuer Job oder der Wunsch sich weiter zu entwickeln sind aber auch gute Gründe, in die Stadt umzuziehen. Das Phänomen, dass viele Menschen vom Land in Großstädte ziehen, weil dort vielfältige Perspektiven warten, nennt man Urbanisierung. Wenn in einer Stadt jedoch nur eine bestimmte Anzahl an freiem Wohnraum zur Verfügung steht, können Immobilien schonmal knapp werden – und damit teuer. Natürlich kommen auch jährlich Neubauten hinzu, die Planung und Umsetzung neuer Wohnobjekte nimmt aber Zeit in Anspruch. Neue Wohnungen sind also nicht schnell genug verfügbar.
Hohe Nachfrage erhöht die Preise
Durch die hohe Nachfrage nach Wohnraum in Großstädten können die Mieten in schwindelerregende Höhen steigen. Das zeigt eine Statistik, die die Städte mit den höchsten Mietpreisen für Neubauwohnungen untersucht. Dabei kam heraus, dass München mit 18,78 Euro pro Quadratmeter die derzeit teuerste Stadt Deutschlands ist. Darauf folgten die Städte Frankfurt mit 15,85 Euro/m² und Stuttgart mit 14,62 Euro/ m². Auch Städte wie Berlin, Freiburg, Hamburg, Darmstadt, Düsseldorf, Mainz und Wiesbaden zählen zu den teuersten Städten im Land. In den vergangenen Jahren stiegen die Mietpreise enorm. Prognosen lassen vermuten, dass die Mietpreise mit Blick auf die Zukunft auch weiterhin steigen werden.
Situation belastet besonders Studenten und junge Menschen
Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum stellt besonders junge Menschen vor Herausforderungen. Grade Studenten müssen oftmals für ihr Studium in die jeweiligen Städte ziehen und auch Auszubildende oder Berufseinsteiger wollen ja nicht ewig bei den Eltern wohnen. Ganz schlimm ist unter diesem Aspekt auch der Wohnungsmarkt in Köln. Vor Beginn eines Sommer- oder Wintersemesters, also März-April und September-Oktober, schießt dort die Nachfrage an Wohnungen besonders heftig in die Höhe. Deshalb finden einige Studenten zu Studienbeginn keine Bleibe, weshalb der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) eine Notschlafstelle für Studierende eingerichtet hat. Im Wintersemester 2021 war die Nachfrage beispielsweise besonders hoch. In diesem Semester wurde nach langer Corona-Pause auch wieder Präsenzunterricht angeboten. Studierende aus höheren Semestern, die bisher von ihrer Heimat aus nur online studiert haben, suchten dann im selben Zeitraum wie Erstsemester nach Wohnungen oder WGs, was die bereits angespannte Lage noch weiter verschlimmert hat. (sms)