Am 20. März ist Frühlingsbeginn. Man könnte also sagen, dass wir durch den Winter gekommen sind. Der aktuelle Füllstand der Gasspeicher Deutschlands liegt Ende Februar bei 71 Prozent. Viele Befürchtungen angesichts des Krieges in der Ukraine, der Inflation und der Energiekrise haben sich wohl nicht bestätigt. Die schlimmsten Befürchtungen waren, dass kalte Wohnungen und frierende Menschen zu Massenprotesten führen würden. Da jedoch aktuell noch kein Ende bei dem Russland-Ukraine-Konflikt ist, muss sich Deutschland schon jetzt Gedanken machen, wo der Strom und das Gas im nächsten Winter herkommen werden.
Hierbei gibt es in der deutschen Politik bereits eine eindeutige Antwort. So solle man sich ein Beispiel an unseren Nachbarn, den Dänen nehmen, die sich dank erneuerbarer Energien nahezu komplett selber mit Strom versorgen können. Deutschlands erneuerbare Energien haben aber noch viel Verbesserungspotential. So stellte man fest, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien schneller werden muss, indem Deutschland selbst mehr Anlagen herstellt. Wirtschaftsminister Habeck stellte nun einige Maßnahmen vor, die beim Ausbau helfen sollen.
Großer Zeitdruck
Die Zeit drängt in vielerlei Hinsicht. So geht es nicht nur darum, die Stromversorgung des nächsten Winters zu sichern, sondern auch aktiv gegen den Klimawandel zu kämpfen. Es handelt sich also um ein Wettrennen gegen die Zeit. Der Ausbau soll der Bundesregierung nach schneller werden. Bis 2030 sollen 80 Prozent des verbrauchten Stroms aus Wind und Sonne kommen. Mit den aktuellen zur Verfügung stehenden Ressourcen und Mittel sei das jedoch nicht möglich.
Staatliche Förderungen
Dazu will Habeck weitere staatliche Förderungen auf den Weg bringen. Sie sollen dafür sorgen, dass zum Beispiel mehr Windkraft- und Solaranlagen hierzulande produziert werden. Es gehe darum, die Produktion von Erneuerbaren Energien in Deutschland und Europa zu stärken. Mit Bürgschafts- und Garantieprogrammen kann man laut Habeck auch längere Planungs- und Genehmigungsverfahren überbrücken. Denn aktuell dauert ein Genehmigungsverfahren für eine Windkraftanlage anderthalb Jahre. Das ist der Zeitraum, den ein Unternehmen abwarten muss, um zu wissen, ob es ein Windkraftwerk an eine ganz bestimmte Stelle setzen darf. Hierbei misst man die Windstärke vor Ort und den potenziellen Einfluss auf die Natur und das Umfeld.
Dennoch wissen Unternehmen ja vor der Genehmigung, wie viele Windturbinen sie benötigen. Die Herstellung dieser Windturbinen soll nun abgesichert werden, damit die Hersteller zum Beispiel schneller Rohstoffe besorgen und Arbeitskräfte einstellen können. So kann man direkt nach der Genehmigung mit dem Bau beginnen. Zudem soll es vorübergehend Zuschüsse zu den Betriebskosten von Energieanlagen geben. Das bedeutet, der deutsche Staat übernimmt einen Teil der Kosten. (sms)