Derzeit gibt es in Deutschland mehr als 1,7 Millionen offene Arbeitsstellen. Trotz Abflachen der Pandemie fehlt es vielen Bereichen Deutschlands an Fachkräften. Die Zahl der offenen Stellen ist nach der Corona-Krise wieder stark angestiegen, aber auch die Zahl der Arbeitslosen deutlich gesunken. Dies ist ein Hinweis darauf, dass sich die Personalsuche in vielen Bereichen aktuell und in Zukunft schwieriger gestaltet.
Eine Generation geht in Rente
Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Generation Baby-Boomer (ca. 1946-1964 geboren) in Rente geht. Die Babyboomer Generation nennt man so, da es zu der Zeit besonders hohe Geburtenraten gab. Die arbeitende Bevölkerung, die noch übrig bleibt, ist zahlenmäßig unterlegen, sodass einige Stellen leer bleiben. Es wird eine große Herausforderung sein, mit dem Verlust von diesen Millionen von Arbeitskräften umzugehen. Die Rente der Babyboomer wirkt sich außerdem nicht nur auf den Arbeitsmarkt aus, sondern auch auf den Wohlstand der Gesellschaft. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft fand heraus, dass Deutschland ein gravierender Wohlstandsverlust droht. Konkret geht es um 326 Mrd. Euro.
Die Corona-Krise ist abgeflacht und Menschen können ihrem Alltag wieder nachgehen. Jedoch kommt es weiterhin zur Ansteckung, was dazu führt, dass ein Teil des Personals stetig in Quarantäne ist. Mit krankheitsbedingten Ausfällen des Personals ist in manchen Bereichen ein normaler Betrieb unmöglich. So unter anderem auch an Flughäfen aktuell, wo fehlendes Personal zu Warteschlangen und Chaos führt.
Fachkräfte sind Mangelware
Besonders viele offene Stellen gibt es in den Bereichen Verkehr & Logistik, Verkaufsberufe, Medizinische Gesundheitsberufe, Metallerzeugung und -bearbeitung. Personal in handwerklichen Berufen wie Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe ist sehr gefragt. Bauarbeiten und Projekte können sich teilweise Wochen hinziehen, weil nicht nur die Ressourcen knapp sind, sondern auch das Personal. Nachdem die Pandemie abgeflacht ist, öffnete die Gastronomie wieder ihre Türen. Das Problem ist, dass während der monatelangen Schließung das Personal in andere Branchen abgewandert ist. Das ist ihnen aber auch nicht zu verübeln, denn wer kann schon monatelang ohne Gehalt auskommen? So richtig erholt vom Personalmangel hat sich die Gastronomie jedoch noch nicht. Ähnlich sieht es aus in der Tourismus- und Hotelbranche. Auch hier führte der monatelange Shutdown zu dem Verlust von Personal. (sms)