Du hast bestimmt schon öfters das Wort „Inflation“ gehört. Vielleicht hast du auch mitbekommen, dass die Inflationsrate in Deutschland momentan relativ hoch ist. Aber was genau heißt das eigentlich, was ist daran schlecht und welche Auswirkungen hat die Entwicklung auf unser Leben? Diese und weitere Fragen beantworten wir dir im folgenden Beitrag!
Was ist Inflation?
Erst einmal eine kurze Erklärung dazu, was Inflation überhaupt bedeutet: Eine Inflation zeichnet sich dadurch aus, dass der Wert des Geldes in einem Land immer weiter abnimmt. Das zeigt sich, indem Konsumgüter wie Nahrungsmittel, aber auch Dienstleistungen wie beispielsweise der Öffentliche Personennahverkehr immer teurer werden. Einfach gesagt: 50 Euro bleiben zwar immer 50 Euro, aber wie viel du dir für diese 50 Euro kaufen kannst, ändert sich im Laufe der Zeit. Bei einer steigenden Inflationsrate bekommst du also für dasselbe Geld weniger als noch im Jahr zuvor.
Steigende Inflationsrate in Deutschland: Bedeutung und Gründe
Die Inflationsrate berechnet sich aus dem Preisanstieg bestimmter Waren und Dienstleistungen, für die ein durchschnittlicher Verbraucher im Laufe des Jahres sein Geld ausgibt. Darunter zählen Ausgaben für Lebensmittel, Miete, Freizeitaktivitäten, Strom, Rohstoffe und vieles mehr. Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt als Ziel eine jährliche Inflationsrate von 2 % an. Denn dann findet ein kontinuierliches, aber nicht zu starkes Wirtschaftswachstum und eine vorhersagbare Preisentwicklung statt. Das heißt: Verbraucher und Unternehmer können Ausgaben gut planen und werden dazu motiviert, Investitionen so bald wie möglich zu tätigen und sie nicht aufzuschieben. Eine niedrigere Inflationsrate ist generell nicht gut für die Wirtschaft.
Derzeit liegt die Inflationsrate allerdings weitaus höher als die vorgegebenen 2 %, was auch nicht gerade ein gutes Zeichen ist. Im November 2021 stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,2 %. Im Jahr 2022 wurde dies jedoch noch extremer: im April lag die Inflationsrate bei 7,4 %. Dieser sprunghafte Anstieg begann im Juli 2021 und ist auf folgende Auslöser zurückzuführen:
- Als Reaktion auf die Corona-Pandemie, unter der die Wirtschaft stark litt, wurden von Juli bis Dezember 2020 die Mehrwertsteuersätze gesenkt, um die Wirtschaft und die Verbraucher zu entlasten und den Konsum wieder anzukurbeln. Die Senkung der Mehrwertsteuer ging also mit niedrigeren Preisen einiger Güter einher. Da die Preise von 2021 also dann mit den damals gesenkten Preisen aus dem Jahr 2020 verglichen wurden, fiel die Inflationsrate höher aus. So fing sozusagen alles an.
- Schon seit Jahren steigen die Strom-, Gas- und Benzinpreise immer weiter an, aber vor allem seit 2021 sind die Preise für Mineralölprodukte und andere energieerzeugende Rohstoffe im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher. Das sorgte dafür, dass sich die Lebenshaltungskosten verteuert haben, also die Menschen in Deutschland insgesamt höhere Ausgaben hatten.
- Der Krieg in der Ukraine seit Ende Februar 2022 verstärkt diese Entwicklung stetig. Die Öl- und Gaspreise steigen immer weiter an und auch viele Lebensmittel werden teurer.
Einige Experten halten die aktuell so hohe Inflationsrate jedoch für vorübergehend. Auf lange Sicht wird die Rate den 2 % vermutlich wieder näherkommen. Sicher kann man sich darüber dennoch nie sein.
Folgen der Geldentwertung
Hier ein kurzes Rechenbeispiel, das verdeutlicht, wie dein Geld durch die Inflation an Wert verliert, wenn du es einfach auf deinem Konto liegen hast:
Nehmen wir an, du besitzt 100 Euro. Diese 100 Euro lässt du 10 Jahre lang unberührt auf deinem Konto. Bei einer anhaltenden Inflationsrate von 2 % liegt die Kaufkraft der 100 Euro nach diesen 10 Jahren nur noch bei 82,03 Euro.
Bei einer durchgehenden Inflationsrate von beispielsweise 5 % würde die Kaufkraft nach den 10 Jahren sogar nur noch bei 61,39 Euro liegen und bei einer Rate von 7% bei 50,83 Euro.
Was kann ich dagegen tun?
Zu diesem Thema haben wir einige andere Beiträge vorbereitet, aber hier trotzdem ein wichtiger Tipp für dich: Wenn du dein Geld auf dem Girokonto hast oder auch in Tages- oder Festgeldkonten anlegst, verlierst du Geld. Um das zu verhindern, solltest du dein Geld mit der Chance investieren, Gewinn zu machen. Beispiele dafür sind Investitionen in Aktien, Fonds oder Immobilien. (jk)