Warum muss man überhaupt einen Rundfunkbeitrag bezahlen? Vor allem, wenn man gar keine öffentlichen Sender schaut und lieber Spotify mit der Musikanlage im Auto verbindet, statt Radio zu hören. Unabhängig davon muss trotzdem jeder Haushalt in Deutschland die Rundfunkgebühr zahlen. In 2022 betrug der Rundfunkbeitrag 18,36 Euro im Monat. Der Beitrag – früher GEZ – fällt pro Haushalt an, egal wie viele Menschen in der Wohnung leben und ob sie das Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender nutzen. Im Jahr 2021 gab es 45.735.133 Millionen Beitragskonten bzw. Haushalte, die den Beitrag gezahlt haben.
GEZ/ Rundfunkgebühr trifft auf Unverständnis
Auch wenn du die verschiedenen Programme der öffentlichen rechtlichen Sender wenig in Anspruch nimmst, ist es dennoch wichtig, dass diese weiter existieren. Denn die Privaten Sender sind wie jedes Unternehmen auf Profit ausgelegt. Kooperationen, Sponsoring und Werbung etc. sind Alltag, um sich finanzieren zu können. Damit sind diese Unternehmen aber besonders abhängig von ihren Auftraggebern oder Partnern. Öffentlich werden sie nicht negatives übereinander preisgeben, um die Partnerschaft und damit die Zahlungen nicht zu gefährden. Das bedeutet, sobald man finanziell abhängig von einem Unternehmen oder einer Organisationen mit eigenen Interessen ist, ist man beeinflussbar.
Gewährleistung von Neutralität
Gerade Medien sollten sich nicht beeinflussen lassen und neutral berichten. Wenn eine solche Neutralität nicht gegeben ist, könnte man an der Richtigkeit der Aussagen der Medien zweifeln. Umso wichtiger sind verlässliche Medien, die objektiv und neutral berichten. Aus diesem Grund finanziert sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk über die Rundfunkbeiträge. Wir als Bürger, die diese Beiträge zahlen, sind an einer faktentreuen, objektiven Berichterstattung interessiert. Fernsehen, Radio oder Internet informieren über wirtschaftliche Umstände, politische Entschlüsse und gesellschaftliche Ereignisse. Die Programme von ARD, ZDF und Deutschlandradio bilden damit die Grundlage für eine persönliche Meinungsfreiheit, gesellschaftliche Meinungsvielfalt und unsere Demokratie.
Entstehung der Gebühr
Wie hoch der Rundfunkbeitrag ist, wird demokratisch entschieden. Die letzte Erhöhung fand zum Jahreswechsel 2020 und 2021 statt. Der Beitrag wurde von monatlich 17,50 auf 18,36 angehoben und verweilt seitdem auf diesem Niveau. In einem ersten Schritt ermitteln ARD, ZDF und Deutschlandradio, wie viel Geld sie für die Erstellung ihres Programms benötigen. Der angemeldete Bedarf wird geprüft und daraus entsteht eine eigene Empfehlung zur Höhe des Rundfunkbeitrags. Diese Empfehlung wird an die Parlamente der 16 Bundesländer gegeben. Wenn sie der Empfehlung zustimmen, wird die Höhe des Beitrages durch einen Medienänderungsstaatsvertrag neu festgelegt. Vom Rundfunkbeitrag in Höhe von 18,36 Euro fallen in 2022 monatlich 12,78 Euro für ARD, 4,69 Euro für ZDF, 0,54 Euro für Deutschlandradio und 0,35 Euro für Landesmedienanstalten an.
Man kann sich jedoch auch aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen von der Rundfunkgebühr befreien lassen. Obwohl man diesen Beitrag dann nicht leistet, steht einem das ganze Angebot von ARD, ZDF und Deutschlandradio uneingeschränkt zur Verfügung. Dies entspricht dem Ruf Deutschlands als Sozialstaat.
Wenn dir diese Argumente noch nicht reichen, warum der Rundfunkbeitrag nötig ist, möchten wir hier an dieser Stelle darauf verweisen, dass der Rundfunkbeitrag einige beliebte Spotify Podcasts finanziert. Ohne ihn stünden Olympische Spiele und Fußballmatches nicht kostenlos zur Verfügung. (sms)