Wir alle kennen die Updates, die Instagram fast wöchentlich auf unsere Smartphones runterlädt. Meistens geht es dabei nur um die Behebung kleiner Fehler in der App um die Performance zu verbessern. Manchmal gibt es aber auch größere Features. In der Vergangenheit waren das zum Beispiel Live-Streams, Insta-Reels, der in der App integrierte Shop und noch mehr.
Anfang des Jahres hat die Plattform, die zu Meta (ehemals Facebook) gehört, schon wieder ein neues Feature vorgestellt. Das muss jedoch erst die Testphase erfolgreich absolvieren. Mit dem neuen Feature können User ihre Lieblings-Influencer kostenpflichtig abonnieren. Für exklusive Inhalte gibt es dann eine sogenannte Bezahlschranke (paywall). D.h. User sehen die Beiträge erst, nachdem sie ein Abo abgeschlossen oder einen bestimmten Betrag bezahlt haben. Das gibt es z.B. schon bei Online-Zeitungen, oder dem Mitglieder-Bereich auf YouTube. Ähnlich funktioniert übrigens auch OnlyFans. Bisher haben Influencer, die professionell Content auf Instagram erstellen, ihre Posts immer kostenlos für ihre Abonnenten zur Verfügung gestellt. Einnahmen haben sie nur durch Kooperationen mit Unternehmen, Werbung und Affiliate-Links gemacht. Falls kostenpflichtige Leistungen angeboten wurden, musste man dafür aber meistens die App Instagram verlassen.
Erstmal nur in den USA verfügbar…
Die neue Funktion wird gerade nur mit einer handvoll ausgewählten Influencern in den USA getestet. Voraussetzung für das Feature ist, dass Influencer damit vorhersehbare Einnahmen generieren werden. Das bedeutet, wenn die Reichweite nicht groß genug ist oder die Nachfrage nach dem exklusiven Content zu gering, kann der Influencer die Funktion nicht nutzen. Ist die Nachfrage groß genug und Erfolg in Aussicht, dürfen sich die User aber dann auf exklusive Storys und Live-Beiträge ihrer Lieblings-Influencer freuen.
Influencer, die das Feature nutzen, können ihre Abonnenten dann in zwei Gruppen einteilen. Für die User, die nur Zugriff auf den kostenlosen Content haben, ändern sich die Profile nicht, während die User, die den exklusiven Content abonnieren, durch ein lilafarbenes Symbol neben ihrem Namen sichtbar werden. Das können allerdings nur die jeweiligen Influencer selbst sehen, für die Community ist nicht ersichtlich, wer normaler Follower und wer Abonnent ist.
Instagram folgt dem Trend anderer Plattformen
Instagram folgt damit dem Trend vieler Plattformen, die es Influencern mit besonders viel Reichweite schon seit längerem ermöglichen, Einnahmen zu generieren, wie zum Beispiel YouTube. Neben Werbeverträgen, gesponserten Beiträgen und Kooperationen wird es Influencern damit bald auch möglich sein, nicht nur sich selbst zu vermarkten, sondern auch direkt über die Plattform Geld zu verdienen. Ganz uneigennützig macht Instagram das aber natürlich nicht. Bis mindestens Ende 2023 sollen die so generierten Einnahmen zwar ganz den Content Creators zukommen, zukünftig will die App aber mitverdienen. Das läuft dann über eine Art Provision oder Gebühr für die Influencer. Laut Meta-Chef Mark Zuckerberg soll der Anteil aber unter 30 % liegen. Außerdem sind angeblich noch weitere neue, kostenpflichtige Features in Planung. Wann und ob diese es auch nach Deutschland schaffen, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. (sms)