Du hast es bestimmt schon mitbekommen: Die Gaspreise haben sich seit letztem Jahr beinahe verdoppelt. Vielen Verbrauchern macht das Angst, denn schließlich ist es bis zum Winter nicht mehr allzu lange. Und wer da nicht in einer kalten Wohnung sitzen will, muss wohl ziemlich hohe Kosten in Kauf nehmen. In diesem Beitrag verraten wir dir, welche Auslöser der Preisanstieg hat und was du tun kannst, damit dich diese Entwicklung nicht ganz so hart trifft!
Die Entwicklung der Gaspreise
2021 lagen die Kosten für eine Kilowattstunde (kWh) für ein Einfamilienhaus mit einem ungefähren Jahresverbrauch von 20.000 kWh bei circa 7 Cent. Im April 2022 lag der Preis dafür dann bei fast 14 Cent. Und auch jetzt sieht es nicht danach aus, als würde sich das bald wieder beruhigen. Daten vom Statistischen Bundesamt zeigen, dass schon im Mai bei einem Haushalt im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich 700 Euro Mehrkosten hinzukamen. In diese Rechnung sind aber nicht nur die Gaspreise, sondern alle Energiekosten, also auch Strom, miteinbezogen. Experten rechnen damit, dass sich diese zusätzlichen Kosten jedoch noch verdoppeln oder verdreifachen könnten. Check24 meldete für Juli einen neuen Preisrekord für Gas: Verbraucher müssen im Schnitt 162 Prozent mehr zahlen als im Juli 2021. Zudem haben viele Gasversorger für August und September Preiserhöhungen in der Grundversorgung angekündigt.
Und noch mehr schlechte News: Ab Herbst startet voraussichtlich ein Umlageverfahren, mit dem Gasversorger, die sich verschätzt haben, höhere Beschaffungspreise an die Kunden weitergeben können. Dabei zahlen nicht nur die Kunden, die von den betroffenen Importeuren beziehen, sondern auch der Rest. Das soll dafür sorgen, dass die Kosten auf alle gleichermaßen verteilt werden.
Wusstest du übrigens, dass Deutschland weltweit zu den Ländern gehört, die am meisten mit Gas heizen? Daher betrifft uns der extreme Preisanstieg besonders. Doch was sind eigentlich die Gründe für diese Entwicklung der Gaspreise? Der Hauptauslöser war der Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar. Die Bundesregierung hat als Reaktion darauf das Projekt „Nordstream 2“ gestoppt, woraufhin Russland wiederum die Gaszufuhr durch die Pipeline Nordstream 1 drosselte. Das ist sehr problematisch, weil wir zuvor rund 55 Prozent unseres Gases aus Russland bezogen. Nun fallen die Gaslieferungen allerdings deutlich geringer aus. Ein weiterer Grund für den Anstieg ist die steigende Nachfrage nach Erdgas. Diese wird unter anderem dadurch ausgelöst, dass China zukünftig von Kohle auf Flüssiggas umsteigen möchte. Zudem wird Gas auch zunehmend für die Stromproduktion benötigt.
Was kann man tun?
Leider hast du nicht allzu viele Möglichkeiten, deine Gaskosten möglichst niedrig zu halten, aber die, die es gibt, solltest du definitiv nutzen! Das Wichtigste ist, dass du versucht, Gas zu sparen. Im Sommer kannst du dies umsetzen, indem du so wenig Warmwasser wie möglich nutzt. Also: nicht so lange und heiß duschen und das Wasser nicht durchlaufen lassen. Zudem kannst du an einem alten Wasserhahn einen Durchflussbegrenzer und bei deiner Dusche einen wassersparenden Duschkopf einbauen. Für den Winter gilt dann: nicht so viel heizen und stattdessen lieber mit dicken Wollpullis zu Hause rumlaufen. Außerdem ist es sinnvoll, nur stoßweise zu lüften und zu überlegen, in welchen Räumen du es wie warm brauchst. Nutze am besten auch die Nachtabsenkung deiner Heizungsanlage.
Außerdem: Wenn du in Eigentum wohnst oder als Mieter eine Gasetagenheizung hast, bist du für gewöhnlich selbst für deinen Gastarif verantwortlich. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass du dir das günstigste Angebot aussuchen kannst. Auch wenn viele Anbieter derzeit gar keine Neukunden mehr aufnehmen und natürlich alle die Preise angehoben haben, kannst du durch den Vergleich trotzdem noch Geld sparen.
Du solltest definitiv versuchen, dich bestmöglich auf die zusätzlichen Kosten vorzubereiten. Lege deshalb also vielleicht monatlich noch etwas mehr Geld beiseite als bisher, falls das irgendwie möglich ist. (jk)