Wenn du alleine oder bei deinen Eltern wohnst, muss einer von euch den Strom zahlen, den ihr fürs Licht im Wohnzimmer, das Kochen von Spaghetti oder deinen Lieblings-Streaming-Dienst verbraucht. Wer schon einmal einen neuen Stromliefervertrag abgeschlossen hat, wurde höchstwahrscheinlich nach dem jährlichen Verbrauch gefragt. Wenn du dich noch nie mit sowas befasst hast und nun in deine erste eigene Wohnung ziehst, hast du wahrscheinlich mit „Keine Ahnung?!“ geantwortet.
Darauf folgt, dass du schließlich nach der Anzahl der Personen in deinem Haushalt gefragt wirst. Angenommen du ziehst mit deiner oder deinem Freund:in in die neue Wohnung ein, gibst du 2 Personen an. Der Verbrauch für Paare liegt durchschnittlich bei etwa 2.000-3.000 Kilowattstunden im Jahr. Dieser Verbrauch wird dann mit den Kosten für den Strom des Anbieters verrechnet und ergibt deinen monatlichen Abschlag. Das sind die Kosten, die du jeden Monat zahlen musst, unabhängig davon, ob du den Lichtschalter nur einmal oder 10.000 Mal betätigst. Am Ende des Jahres wird abgerechnet, was du wirklich an Strom verbraucht hast. Wenn du sparsam warst, bekommst du Geld zurückgezahlt. Umgekehrt ist der Schreck groß, wenn der Stromverbrauch viel höher war und du nachzahlen musst.
Wie viel Strom du verbrauchst, misst dein Stromzähler in deiner Wohnung. Du kannst also jederzeit nachschauen, wie viel du schon verbraucht hast. Die meisten Haushalte erhalten ihre Verbrauchsdaten aufgrund analoger oder digitaler Stromzähler. Sie speichern die Stromverbrauchsdaten und stellen den Zählerstand auf einem Display dar.
Digitalisierung hilft beim Sparen?
Die deutsche Regierung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu fördern. Im Sinne dessen sollen nun intelligente Stromzähler die analogen Stromzähler in Haushalten und Unternehmen ersetzen. Die sogenannten Smart Meter geben detaillierte Auskunft über den Stromverbrauch verschiedener Endgeräte und in beliebigen Zeiträumen. Das bedeutet, dass du dann weißt wann, wo, welches Gerät wie viel Strom verbraucht. Die intelligenten Messsysteme sind in der Lage, sowohl Privathaushalten als auch Unternehmen einen Überblick zu geben und die Möglichkeit, im Hinblick auf Effizienz und Kosten den Stromverbrauch anzupassen. Das bedeutet, wenn du abliest, dass eine Lampe von dir besonders viel Strom verbraucht, kannst du zu einer energieeffizienten Glühbirne wechseln und somit Strom einsparen. Digitale Stromzähler können aufgrund eines ergänzten Kommunikationsmoduls, das Smart-Meter-Gateway, eine Echtzeit-nahe Messwert-Übermittlung gewährleisten. Das geschieht anhand von Mobilfunk oder WLAN.
Transparenz beim Stromverbrauch
Das Messsystem erfasst die Verbrauchsdaten und ordnet einzelnen Geräten in einer ausführlichen Übersicht den Energieverbrauch zu. Du kannst somit per App oder aber mit einem Blick in das Kundenkonto auf der Anbieter-Website auf die Übersicht zugreifen. Sowohl der Verbraucher als auch das beteiligte Energieunternehmen erhält die Messwerte zur Verfügung. Sie erfassen nicht nur den Stromverbrauch genau, sondern können die Daten an Netzbetreiber und Stromanbieter weiterleiten. Außerdem können sie Daten empfangen, etwa den aktuellen Strompreis.
Unser zukünftiges Energiesystem wird wesentlich flexibler und damit auch komplexer werden. Dafür brauchen wir Smart Meter und eine Digitalisierung der Energiewende. Das sei mit Blick auf erneuerbare Energien wichtig, weil die eingespeisten Mengen hier stark schwanken. Scheint die Sonne an einem windigen Tag, gibt es viel Strom, wenig Strom hingegen bei keinem Wind und bedecktem Himmel. Mit einem modernen Stromzähler könntest du zum Beispiel deine Waschmaschine gezielt nutzen und deinen Tesla dann laden, wenn Strom günstig ist, so die Idee.
Kritik am intelligenten Stromzähler
Einer der Kritikpunkte am Einsatz der vernetzten Zähler ist der Umgang mit den persönlichen Daten. Wie bei jedem Gerät, das Daten über Funk oder Kabel versendet, ist ein intelligentes Messsystem durch Personen und Unternehmen mit kriminellen Absichten grundsätzlich angreifbar. Gespeicherte Messwerte ließen Rückschlüsse auf den Alltag und Gewohnheiten zu. Deswegen dürfen diese Daten nicht in die falschen Hände geraten. Die Kritik wurde jedoch abgewiesen, der Gesetzgeber hat im Gesetzentwurf beim Datenschutz sogar nochmals nachgeschärft und schreibt nun die Anonymisierung und Pseudonymisierung vor.
Ein weiterer Kritikpunkt kam aus einer Studie von der Fachhochschule Amsterdam hervor. Störungen im Stromkreis führten bei durchgeführten Tests mit verschiedenen Smart Metern zu fehlerhaften Messungen. Grund für die fehlerhaften Ergebnisse sind den niederländischen Forschern zufolge Störungen im Stromkreis, die durch Elektronik ausgelöst werden, die oftmals in modernen Verbrauchsgeräten enthalten ist. Damit sowas nicht passiert, wären Qualitätschecks angebracht und wenn man sich für ein Smart Meter entscheiden sollte, ein Vergleich zum früheren Stromverbrauch gemessen durch einen analogen Zähler. (sms)