In den letzten Jahren haben wir das goldene Zeitalter der Influencer erreicht. Wohin man auch schaut, man kann ihnen nicht entfliehen. Selbst wenn man keine Soziale Medien besitzt. Influencer haben Gastauftritte im Fernsehen und man findet ihr Kollektionen in Geschäften. Darunter Kleidung, Kosmetik und Kooperationen mit weiteren Branchen. Aber ist ihr Leben so glanzvoll wie es scheint, oder hat die Berühmtheit ihren Preis?
Das Klischee „Influencer”
Der Karriereweg eines Influencers erscheint auf den ersten Blick leichter als gedacht. Alles was man braucht sind Accounts in den sozialen Medien und den Willen berühmt zu werden. Deswegen gibt es mittlerweile auch massenweise Personen, die ihr Glück über Instagram versuchen. Einige von ihnen scheitern jedoch, oder sie brauchen sehr lange, um genug Reichweite zu erlangen. Es gibt mehrere Faktoren die Erfolg versprechen und die Möchtegern Influencer von den aufsteigenden Stars trennen. Ein großer Faktor ist, wie man sich vor der Kamera präsentieren kann. Es scheint, als wenn manche Menschen die Offenheit im Umgang mit sozialen Medien in die Wiege gelegt bekommen haben.
Bei anderen trifft wohl eher „Fake it til you make it” zu. Wenn man nicht die Qualifikationen besitzt, die einem vom persönlichen Erfolg trennen, täuscht man sie vor bis man sie besitzt. Oft liegt der lange Weg zum Erfolg aber auch nicht an einem selbst. Man kann noch so guten Content erstellen. Wenn man kein Glück mit den Algorithmen hat und nicht die Geduld mitbringt auf dieses Glück zu warten, ist man verloren.
Wenn man jedoch immer mehr Follower gewinnen kann, erwarten einen Aufgaben wie die intensivere Recherche und Aufbereitung von Content. Die Erwartungen steigen mit dem Grad der Berühmtheit. Mit der Zeit müssen Influencer mehr Zeit aufbringen ihr Profil zu pflegen. Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit mit Unternehmen, da Kooperationen eine Menge an Geld bedeuten können. Die Projekte müssen sorgfältig geplant und durchgeführt werden. Buchhaltung und Dokumentation werden relevant, vor allem wenn man bestimmte Einnahmen erreicht. Je größer die Einnahmen durch die Sozialen Medien sind, desto mehr müssen Content Creator verwalten und dokumentieren.
Die Schattenseiten des Erfolgs
Das Erfolg auch negative Seiten mit sich bringt hat der Fall Sophia Thiel gezeigt. Die Fitness-Influencerin brauchte eine zweijährige Auszeit, nachdem ihre mentale Gesundheit unter den Druck der sozialen Medien litt. Die Kommentare und Reaktionen auf ihre Beiträge in den sozialen Medien führten zur einer Essstörung. Melina Sophie beendete letztes Jahr ihre Karriere, nachdem sie davor sehr mental zu kämpfen hatte. Das Thema soziale Medien und der Beruf Influencerin sind für sie beendet. Doch manchmal vergisst man die negativen Seiten, da das Leben von den Content Creators so aufregend und glamourös scheint. Menschen gehen automatisch davon aus, dass berühmte Menschen mit viel Geld ein sorgenfreies Leben führen. Natürlich liegen sie damit nicht komplett falsch. Dennoch hat das Leben im Rampenlicht einen erheblichen Einfluss auf die mentale Gesundheit. Jeder kann Hasskommentare und Kritik zu einer Person abgeben und muss dafür wenig bis keine Konsequenzen fürchten.
Die Risiken
Zum Start der Karriere muss man zuerst Geld in sich selbst investieren. Um regelmäßig Content zu erstellen braucht man das Equipment. Dazu gehören eine Kamera und die richtige Beleuchtung. Je nach der gewünschten Qualität des Contents, benötigt man mehr oder weniger Equipment. Das kostet Geld. Wenn es keine Aussicht auf Erfolg gibt, bleibt man auf den Kosten sitzen. Außerdem findet nicht jeder beliebige Content Anklang. Oft geht man in der Masse der Influencer einfach unter. Es existieren zwar Nischen auf Instagram und Personen die auf Grund von Besonderheiten hervorstechen, aber dort seinen Platz zu finden ist schwierig. Mal ganz abgesehen von der Zeit, die es kostet, Videos oder Fotos aufzunehmen und zu bearbeiten.
Die schlimmste Angst eines Influencers
Neben „klassichen” Shitstorms, mit denen die Online-Community Fehltritte bestraft, gibt es ein weiteres, eher neueres Phänomen: die „Cancel Culture”. Dabei wird der Influencer zusätzlich zu einem Shitstrom auch noch „gecancelt”, also boykottiert, was den Verlust vieler Follower bedeutet. Influencer mit gewissen Reichweiten sollten acht geben, dass sie niemanden mit ihren Handlungen oder Aussagen verletzten. Denn je nachdem wie groß die Fanbase ist, gilt man als Person des öffentlichen Lebens. Und als solche muss man sich bewusst sein, dass man zu jedem Zeitpunkt unter Beobachtung steht. Eine falsche Bemerkung kann das Aus einer Karriere bedeuten. Da der Algorithmus von den Plattformen manchmal undurchschaubar scheint, existiert eine Wahllosigkeit welche Beiträge besonders viel Reichweite erreichen. Andere Beiträge des gleichen Creators können währenddessen fast gar keine Reichweite haben. Ein einziger, super erfolgreicher Beitrag verspricht noch lange keinen Erfolg. (sms)