Der ursprüngliche Gedanke von Social Media war, Menschen unabhängig von Zeit und Raum miteinander zu vernetzen, damit sie sich austauschen und verbinden können. Doch mit der Zeit hat sich die Natur von Social Media verändert. Heute bestehen die Feeds oft nicht mehr hauptsächlich aus den Beiträgen von Bekannten, sondern aus kuratierten Inhalten, Werbung und Empfehlungen, die durch Algorithmen und KI gesteuert werden.
Die Plattformen haben sich von Orten des aktiven Austauschs zu Räumen entwickelt, die von passivem Entertainment und polarisierenden Inhalten dominiert werden. Dies führt zu einer Erosion des „Sozialen“ in Social Media, da der Fokus zunehmend auf personalisierten Inhalten und kommerziellen Aspekten liegt.
Dominik Ruisinger beschäftigt sich in seinem Buch „Das Ende von Social Media“ mit den Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Branche. Er beschreibt, wie Algorithmen und KI den Austausch zwischen Menschen beeinflusst und wie der private Charakter der Plattformen zugenommen hat. Zudem zeigt er, dass viele Social Networks und Plattformen sich zunehmend zu Entertainment-Plattformen entwickeln, in denen der soziale Austausch in den Hintergrund rückt.
Ruisinger beleuchtet auch, wie Automatisierungsprozesse dazu führen, dass mühsam aufgebaute Seiten, Netzwerke und Gruppen an Relevanz und Sichtbarkeit verlieren. Zudem könnten künstlich generierte Inhalte die Feeds überschwemmen und die Authentizität beeinträchtigen.
Das Buch bietet eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Entwicklung von Social Media und fordert die Leser auf, über den ursprünglichen Zweck dieser Plattformen nachzudenken und mögliche Alternativen zu erforschen.
Das Buch erscheint am 16. Mai bei Schäffer-Poeschel.