Die Auswirkungen des Russland-Ukraine Konflikts sind schon seit mehreren Monaten in unserem Land spürbar. Bereits im Frühling waren Mehl und Sonnenblumenöl knapp in unseren Supermärkten. Die steigenden Energiepreise und die Inflation haben einen großen Einfluss auf das Kaufverhalten der Deutschen. Diese Knappheit an Lebensmitteln sorgte für Aufruhr in der Gesellschaft. Zeitweise durften bestimmte Produkte nur in kleinen Mengen gekauft werden, um Hamsterkäufe zu vermeiden. Das Hamstern von Toilettenpapier im Jahr 2021 zeigte, welche Auswirkungen Ängste auf das Kaufverhalten der Menschen in Krisenzeiten haben können.
Einkaufsverhalten im deutschen Lebensmitteleinzelhandel
Im Jahr 2022 wird das Thema Hamsterkäufe nun wieder relevant, da die Bundesministerin des Innern und für Heimat am 01.05.2022 eine Empfehlung zu einem Notfallvorrat herausgab. Es sei sinnvoll, Essen und Wasser für zehn Tage zu Hause zu haben. Hierbei berücksichtigt man pro Person und Tag zwei Liter Flüssigkeit und rund 2.200 Kilokalorien. Zudem verwies Faeser darauf, sich auch mit Medikamenten und Sanitätsmaterialien einzudecken. Fakt ist, dass der Russland-Ukraine Konflikt uns weiterhin betrifft und unsere Unternehmen dazu noch Lieferengpässe erleben. Die Preise für Lebensmittel steigen konstant und der Winter steht uns noch bevor.
Lieferschwierigkeiten dank Dieselreiniger
Durch die Energiekrise könnten bald noch größere Lücken in den Supermarkt Regalen entstehen. Seit letztem Jahr kämpft der Hersteller des Diesel-Reinigers AdBlue mit Schwierigkeiten. In 2021 handelte es sich dabei eher um Ressourcenknappheit. Dieses Jahr ist das Unternehmen durch die hohen Gaspreise unter Druck geraten und hat sogar einen Teil der Produktion eingestellt. Der Mangel an AdBlue auf dem Markt hat schwerwiegende Konsequenzen. Etwa 90 Prozent der Lastwagen nutzen den Dieselreiniger, Statistiken zufolge verbraucht die deutsche Transport-Branche bis zu fünf Millionen Liter täglich. Das treibt die Kosten für Logistikunternehmen in die Höhe, Lieferketten drohen zusammenzubrechen und Produkte kommen nicht mehr im Supermarkt an. Hier steht die Versorgung mehrerer Branchen auf dem Spiel.
Dass sich ein Großteil der Deutschen um Lebensmittelpreise sorgt, ist somit ganz natürlich. Jedoch raten Experten weiterhin davon ab Hamsterkäufe zu machen, da es manchen Branchen sogar schadet. Wie zum Beispiel der Bierbranche. Die Hersteller benötigen das Leergut von den gehorteten Bierkästen. Weiterhin wird empfohlen, haushaltsübliche Mengen zu kaufen. Gegen einen kleinen Vorrat ist nicht einzuwenden, aber bitte belass es dabei. (sms)