Venezuela ist ein Land, welches immer wieder in den Medien auftaucht. In den letzten Jahrzehnten handelte es sich meistens jedoch um schlechte Nachrichten aus dem Land. Dabei hätte Venezuela eine vielversprechende Zukunft haben können. Das Land ist hat die meisten Mineralölreserven der Welt. Jetzt berichtet man nur noch von der Wirtschaftskrise, einem eventuellen Bürgerkrieg und einer humanitären Notlage. Wie kam es soweit?
Die Ölreserven wurden im zwanzigsten Jahrhundert von den reichsten Familien Venezuelas verwaltet. Das heißt nur eine kleine Gruppe von Menschen profitierte zu diesem Zeitpunkt von dem Ressourcen Reichtum des Landes. Hugo Cháves, ein Sozialist, empfand dies als ungerecht und gründete darauf hin eine Partei, die auf einen Systemwandel hinarbeitete. Dies funktionierte trotz wachsender Anhängerschaft zuerst nicht. Nach einer Inhaftierung wird Cháves 1998 zum Staatsoberhaupt gewählt. Mit seiner sozialen Reform geht es den Menschen in Venezuela zunächst besser. Doch über die Jahre hinweg verstaatlicht der Präsident immer mehr Unternehmen. Während seiner Amtszeit erlässt er eine neue Verfassung, unterdrückt die politische Opposition, vernachlässigt die Infrastruktur und politischen Probleme des Landes.
Kein Wandel in Aussicht
Als Cháves stirbt übernimmt sein von ihm empfohlener Nachfolger Maduro das Amt und sieht sich den Konsequenzen der Chávez Regierung gegenüber. Dabei handelt es sich unter anderem um niedrige Ölpreise. Anstatt einen neuen Weg einzuschlagen und die Lage des Landes zu verbessern, verfolgt Maduro die Politik seines Vorgängers. Dies treibt das Land in eine wirtschaftliche Krise mit hoher Inflation. Venezolaner können sich kaum noch Lebensmittel leisten. Das Land spaltet sich in Anhänger Maduros, die seinem Vorgänger treu ergeben waren und der konservativen Opposition, wessen Anhänger Maduro und Cháves für die Lage des Landes verantwortlich machen. Da diese zwei Seiten immer wieder aneinander geraten, sprechen die Medien häufig von einem sich anbahnenden Bürgerkrieg.
Ausnahmesituation im Land
Mittlerweile nimmt die Wirtschaftskrise in Venezuela jedoch so extreme Maße an, dass Verhandlungen über eine gemeinsame Politik zur Rettung des Landes im Gespräch sind. Die herrschende Hyperinflation veranlasste die Zentralbank Venezuelas zu einem drastischen Schritt. Hyperinflation bedeutet, wie das Wort schon verrät, eine Inflation auf hohem Niveau. Im Mai 2021 hatte die Inflationsrate bei 2719 Prozent gelegen. In Deutschland liegt die Inflation aktuell bei 7,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Am 1. Oktober 2021 wurden in Venezuela bei allen Preisen sechs Nullen gestrichen. Davor kostete ein Euro 4,78 Millionen Bolívar. Es handelte sich bereits um das zweite Mal innerhalb von drei Jahren, dass die Zentralbank eine solche Maßnahme ergreift. Die Wirtschaftskrise des Landes resultiert darin, dass die Mehrheit der Bevölkerung in Armut lebt und viele Venezolaner in Nachbarländer flüchten. (sms)